Wenn sich die Fertigstellung Ihres Hauses verz├Âgert, haben Sie gegen├╝ber dem Bautr├Ąger m├Âglicherweise Anspruch auf Schadenersatz. Welche Voraussetzungen daf├╝r erf├╝llt sein m├╝ssen und wie Sie Ihre Anspr├╝che durchsetzen, erfahren Sie hier.

Mit dem Hausbau geht viel Planung einher. Nicht zuletzt m├╝ssen Sie den Umzug genau vorbereiten: Vertr├Ąge k├╝ndigen, ein Umzugsunternehmen engagieren und vieles mehr. Wenn dann der Bautr├Ąger den vereinbarten Termin nicht einh├Ąlt, kommen Sch├Ąden auf Sie zu. Diese liegen haupts├Ąchlich in der finanziellen Mehrbelastung. Sie ben├Âtigen R├Ąume f├╝r den ├ťbergang und m├╝ssen Ihre Planung ├╝berarbeiten. Besteht in diesem Fall f├╝r Sie ein Schadensersatzanspruch? In Vertr├Ągen regeln Sie gemeinsam mit dem Bautr├Ąger die Fertigstellung des Objekts. Kommt es zu einem Verzug, d├╝rfen Sie verschiedene Leistungen einfordern:

  • Schadensersatz
  • Kosten├╝bernahme f├╝r eine Ersatzwohnung
  • Kostenerstattung f├╝r den Umzug in die ├ťbergangswohnung sowie Geb├╝hren f├╝r den Makler
  • eventuell anfallende Zinskosten einfordern
  • vom Vertrag zur├╝cktreten

Die jeweilige Ma├čnahme h├Ąngt vom Einzelfall ab. Hierbei z├Ąhlt nicht nur die Verz├Âgerung selbst, sondern dar├╝ber hinaus die Voraussetzungen f├╝r den Verzug. Diese finden Sie im Paragrafen 286 des B├╝rgerlichen Gesetzbuches. Demnach gilt, dass der Bautr├Ąger im Verzug ist, wenn er trotz Mahnung die Bauma├čnahmen nicht bis zum Fristablauf beendet.

Welche Umst├Ąnde erlauben einen Schadensersatz?

Der Bautr├Ąger zahlt Schadensersatz, wenn er die Frist nicht einh├Ąlt. Dies gilt als Bauverzug. Er muss in diesem Fall f├╝r den Schaden zahlen, den die Verz├Âgerung verursacht. Allerdings nur, wenn er diese selbst zu verantworten hat. Tr├Ągt er hingegen keine Schuld an der Verz├Âgerung, besteht kein Anspruch auf Schadensersatz ÔÇô beispielsweise, wenn Witterungsbedingungen den Bau behindern. Hier ist die Rede von h├Âherer Gewalt.

Arbeitet der Bautr├Ąger mit Subunternehmen zusammen, zahlt ebenfalls der Tr├Ąger. Wenn es zu Verz├Âgerungen bei der Beschaffung von Materialien kommt, gilt dies nicht als Grund f├╝r Schadensersatz. Denn dann tragen die Lieferanten die Schuld. Bestellt der Bautr├Ąger jedoch falsche Komponenten, muss er f├╝r den verursachten Schaden aufkommen.

Beweispflicht und Kosten im Schadenfall

Tritt der Streitfall ein, muss das Bauunternehmen beweisen, dass es keine Schuld f├╝r die Verz├Âgerung tr├Ągt. Kann es dies nicht, ist es verpflichtet, dem Bauherren Schadensersatz zu zahlen. Welche Kosten es au├čerdem ├╝bernehmen muss, ist gerichtlich geregelt. Mieten Sie aufgrund der Verz├Âgerung f├╝r die ├ťberbr├╝ckung eine Wohnung, zahlt der Bautr├Ąger die Miete sowie den Makler. Jedoch muss diese eine geringere Qualit├Ąt aufweisen als die Immobilie, auf deren Fertigstellung Sie warten.

Nutzen Sie w├Ąhrend der Zeit einen gleichwertigen Wohnraum, k├Ânnen Sie sich auf eine Nutzungsausfallentsch├Ądigung beziehen. Dann liegt laut BGH kein Schaden mehr vor. Allerdings kann es vorkommen, dass Sie so schnell keine Wohnung finden und in einem Hotel ├╝bernachten m├╝ssen. Dann ├╝bernimmt der Bautr├Ąger die ├ťbernachtungskosten. Sie haben auch Anspruch auf Kosten├╝bernahme, wenn Sie bereits Zinszahlungen f├╝r einen Baukredit leisten.