Ein Bauvertrag mit privaten Bauherren kann grunds√§tzlich entweder nach BGB oder VOB abgeschlossen werden. Wer sich entscheiden muss ‚Äď sei es Bauherr oder Handwerker ‚Äď sollte √ľber die Unterschiede sowie Vor- und Nachteile beider Vertragsarten Bescheid wissen.

Unabh√§ngig davon, welche Immobilie Sie errichten lassen ‚Äď allen liegt ein Bauvertrag zugrunde. Er h√§lt die Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer fest. Bei dem Bauvorhaben muss es sich nicht immer um einen Neubau handeln, sondern alternativ um Renovierungen oder Umbauma√ünahmen. Grunds√§tzlich besteht die M√∂glichkeit, diesen nach BGB oder VOB abzuschlie√üen.

Eine Gesetzesnovelle im Jahr 2018 brachte jedoch einige Ver√§nderungen. Daraus ergeben sich f√ľr Bauherren und Handwerker Vor- und Nachteile, die Sie kennen sollten. Grob zusammengefasst gilt, dass bei privaten Bauvorhaben meist das BGB greift. F√ľr gr√∂√üere Projekte, beispielsweise von √∂ffentlichen Auftraggebern, m√ľssen die Vertragspartner das VOB als rechtliche Grundlage nutzen. Doch auch private Bauherren haben die M√∂glichkeit, auf Letzteres zur√ľckzugreifen. Worin bestehen die Vorteile der einzelnen Regelungen und wo die Nachteile?

Vor- und Nachteile BGB

Das B√ľrgerliche Gesetzbuch regelt im Paragrafen 650a (I) den Bauvertrag folgenderma√üen: Es ist ‚Äúein Vertrag √ľber die Herstellung, die Wiederherstellung, die Beseitigung oder den Umbau eines Bauwerks, einer Au√üenanlage oder eines Teils davon‚ÄĚ. Allerdings finden Sie keine direkten Vorgaben bez√ľglich der Form, doch l√§sst er sich laut BGB als Werkvertrag verstehen. Einige kleinere Arbeiten k√∂nnen Sie m√ľndlich regeln. F√ľr die Gesamtheit der Ma√ünahmen vereinbaren Sie darin beispielsweise das Datum der Fertigstellung. Enth√§lt das Bauvorhaben dr√ľber hinaus einen Grundst√ľcksverkauf, m√ľssen Sie eine notarielle Beglaubigung vornehmen lassen.

Au√üerdem formulieren Sie im Bauvertrag nach BGB Regelungen zur Beseitigung von M√§ngeln oder diverse Gew√§hrleistungen. Hier gelten sogar l√§ngere Fristen f√ľr die M√§ngelrechte des Bauherrn als im VOB. Das kann andererseits fatal sein, denn nach der vermeintlichen Beseitigung laufen diese weiter. Bei gr√∂√üeren Sch√§den helfen sich Bauunternehmer eventuell mit kleineren Eingriffen √ľber die Zeit, ohne den gravierenden Mangel zu beseitigen. Bauherren fehlt die Expertise und sie bemerken das bis zur Verj√§hrung nicht. Dann steht ihnen keine M√§ngelbehebung mehr zu.

Vor- und Nachteile des VOB

Das VOB regelt haupts√§chlich Gro√üprojekte. Diese verf√ľgen √ľber eine gr√∂√üere Tragweite, als es bei privaten Bauvorhaben der Fall ist. Der Bauvertrag muss sich hierbei nach der VOB richten, also der Vergabe- und Vertragsordnung f√ľr Bauleistungen. F√ľr Projekte in √∂ffentlicher Hand ist sie verpflichtend. Private Bauherren k√∂nnen die VOB in den Vertrag miteinbeziehen. Dabei sind der VOB/B und der VOB/C relevant.

Hier gibt es jedoch viele Fallstricke, weshalb Sie sich bestenfalls ausf√ľhrlich von einem unserer Experten beraten lassen sollten, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Einen Bauvertrag sollten Sie grunds√§tzlich vorab pr√ľfen lassen, um Fehler zu vermeiden. Folgende Punkte sollte der Vertrag in jedem Fall enthalten:

  • vertragsrechtliche Grundlagen des BGB oder der VOB
  • Gew√§hrleistungsfristen
  • Bauzeit
  • Vertragsstrafen
  • Zahlungsplan
  • Sicherheitseinbehalt
  • Gew√§hrleistungsb√ľrgschaft
  • Kalkulationen von Zusatzarbeiten